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Eine Gruselgeschichte

Jedes Jahr geht der Rummel um das Fest aller Feste von neuem los.
Schauen wir uns das ganze doch mal aus der Sicht eines Jugendlichen an:

Morgens quält man sich verschlafen aus dem Bett, dreht den Duschhahn auf „heiß“ und duscht kalt, da die Rohre bei den draußen herrschenden Minusgraden zugefroren sind.
Dann hinaus in die Kälte, nur um die müden, unterkühlten Körper zur Schule zu schleppen. Eisig ist es und der Regen (mitten im Dezember!!) peitscht einem ins Gesicht. Die Finger sind blaugefroren, weil Mamas Selbstgestrickte irgendwie doch nicht soo warm halten.
Dann diese unvermeidbar miese Stimmung im Klassenzimmer, hervorgerufen von grellen Neonleuchten, trockener Heizungsluft, dem ständigen, schleimverstopften Schniefen der Mitschüler und durch rücksichtslose Lehrer, die es trotz erster Stunde und draußen herrschender Dauer-Dunkelheit auf unerklärliche Weise schaffen, putzmunter und enthusiastisch wie nie zu wirken.

Dann wären da noch die endlos langen Adventssonntagnachmittage, öde und voller alter Schwarzweißschinken im Fernsehen, sowie harten Plätzchen und einer „Wir-liebe-uns-alle-und-sind-froh-dass-wir-es-so-gut-haben“ Stimmung, erzeugt durch ein schlechtes Gewissen ersten Grades, wegen den sich ewig wiederholenden Bitte-Spenden-Sie Aufrufen im TV und Bildern von verhungernden Kindern in Afrika.
Im Hintergrund singen die Bob-Geldorf-All-Stars zusammen mit Pavarotti ein Halleluja. Wunderschön.

Jeden Tag im Dezember öffnet man das Türchen eines 0,99 € Adventskalenders (auf dem IMMER ein Weihnachtsmann mit roten Backen und eine fröhliche Schar lachender Kinder zu sehen ist, die auf einem Hörnerschlitten sitzen. Meist hat der alte Mann noch ein Kind auf seinem Schoß. Pädophiles Dreckschwein!) , man öffnet also nach endloser Sucherei ein Türchen, prokelt die viel zu fest eingedrückten Schokofitzel heraus mit denen man gerade den hohlen Zahn füllen kann und ärgert sich jedes Jahr aufs neue, das die Schokolade scheiße schmeckt.

Und endlich! Nikolaus!! Man rennt zum Doc Martens Stiefel (ungeputzt natürlich, wäre sonst absolut uncool) und findet darin…..ein neues Paar selbst gestrickter Handschuhe sowie einen popeligen Weihnachtsmann von Aldi, den es wahrscheinlich im Sparpack gab, weil vom letzten Jahr und so…Na toll!

Da kann man ja nur noch auf einen schönen Heiligenabend hoffen. Doch daraus wird wohl auch nix. Wie jedes Jahr wurde die Geschenke-Einkaufsaktion bis zuletzt aufgeschoben.
Jetzt wird es aber auch Zeit, ist schließlich schon der 23. heute. Und ein Samstag. Und kurz
vor Ladenschluss. Was auch sonst.
Zwei Punkte machen die Geschenkejagd aber nicht gerade einfacher.
Punkt 1: Im Geldbeutel herrscht Ebbe. Bis auf ein paar Motten ist da nix drin. Also: Sparschwein des kleinen Bruders schlachten
Punkt 2: Das be******** Kaufhaus ist T-O-T-A-L überfüllt.

Doch schließlich und endlich ist ein Billig-Herren-Parfum gefunden (meist mit Namen wie: Deep Water oder Blue Lagoon, wie spritzig), welches nach Kneipenbesuch stinkt und einen irgendwie an leichte Mädchen denken lässt und ein ziemlich angeschlagener Weihnachtsstern gekauft. Angeschlagen deshalb, weil es der letzte war. Und den wollten alle anderen auch.
Jetzt aber nix wie nach Hause und einpacken. Da die Menschen auf der Straße aber keine Rücksicht auf Bordellstinkende, weihnachtssterntragende, selbstmordgefährdete Jugendliche nehmen, ist die einst so prächtige Blume nur noch ein kleines Häufchen Blätter, welches einen so vorwurfsvoll anschaut, als wollte es sagen: „Selbst schuld, was besorgst du auch alles immer auf den letzten Drücker!“
Und man selbst? Man selbst steht am Rande der Verzweifelung und wünscht sich auf den Mond, weil man da mit großer Wahrscheinlichkeit noch nichts von einem kleinem Hosenscheißer namens Jesus gehört hat. Und der Mann im Mond soll ja auch ganz nett sein.

Heiligabend.
Zwischen zu Tränen gerührten, selig lächelnden Eltern und blockflötenträllernden Geschwistern steht man nun da, beherrscht von EINEM elementare Gedanken: Hoffentlich halten die mit Pattex geklebten Blütenblätter…
Bescherung.
Nachdem Vater sich mit merkwürdig gequältem Gesichtsausdruck, wahrscheinlich wegen Parfum-Duft Marke Kneipenpuff zurückgezogen hat, steht Muttern da, mit Klebeblume in der Hand und einem geheuchelten „Danke“ auf den Lippen. Nichts mehr zu merken von der eben noch geseligten Tränen-Rührigkeit. Erst recht nicht, als Mutter einen am Arm packt und faucht: „Wo ist das Geschenk für Oma?“ Und man selber faucht zurück: „Hab keins!“, weil man sich genau daran erinnert, dass die liebe Großmama gesagt hat, sie wünscht sich nur einen schönen Tod. Für einen Rosenholzsarg hat das Geld aber nicht gereicht. Wie denn auch, Mensch, bei dem miserablen Taschengeld. Außerdem hätte die Kiste auch nicht zu dem total überladenen Tannenbaum gepasst, der krumm und schief im Zimmer steht, mit einem über den Ständer quellenden Stamm, wie die Beine von Tante Martha über dem Hush-Puppie Schuhen.
So, nun aber mal an die eigenen Geschenke mach….was….was ist das denn? Scheiße.
Nachdem man die neueste Blümchen CD und den ockerfarbenen Strickpulli in den Händen hält, ist die Bescherung völlig im Eimer. Na super. Na ja, wenigstens kann man sich umso mehr auf die Weihnachtsgans freuen, endlich….Weihnachtsgans?? Oh Oh…! Vater hat sich gleich gewundert, was hier so komisch riecht.
Mit einem Mettwurstbrot in der Hand, sieht man sich das Durcheinander aus einer stillen Ecke mal in Ruhe an.
Da hätten wir eine heulende Mutter, ein schimpfender Vater, eine enttäuschte Oma, eine große Schwester, die auf ihren neuen Plateauschuhen, Modell Wolkenkratzer, durchs Wohnzimmer stolziert und einen nervigen, kleinen Bruder, der heute Abend mal ein Feuerwehrauto ist. Tatütata. Na bitte.
Eventuell bräuchte man wirklich die Feuerwehr. Ist das da nicht eine Flamme, die am Tannenzweig leckt?
Egal, in Gedanken singt man, ganz leise und nur für sich allein:
Alle Jahre wieder….



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