Guten Traum, Tagträumer...
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Fragenkatalog
  Markus und Anna
  Mein Motto
  was ist in mir?
 
  Anna und Basti
  mein kopf
  die zeiten ändern sich
  liebe.....
  liebe nicht....
 
  eine gruselgeschichte
  meine harry potter erfahrung
 
  der panther
  erkenntnis
  gedichte
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   Unsere Filmcrew
   meine allerliebste beste freundin! Robbie-Neine-Scheisse
   
   500 beine
   zum Totlachen
   Für Ärztefans -Meine kleine Schwester
   Zum Stöbern
   Klasse Community!
   Für Nachdenker, träumer, Philosophen, Kinder
   mein Seelenverwandter. Danke!

http://myblog.de/duliebeslieschen

Gratis bloggen bei
myblog.de





Männer und ihr liebstes Teil

So. Ich habe es herausgefunden. Ich weiß jetzt, was des Mannes liebstes Teil ist. Wer jetzt an Autos denkt, an Werkzeugkästen oder gar an ihr Gemächt liegt falsch!

Männer lieben und verehren nichts so sehr, wie ihren Computer. Vermutet und geahnt habe ich das schon länger, doch heute mittag hat sich mein jahrelang immer härter werdender Verdacht bestätigt. Und das kam so:

Wir haben jetzt ENDLICH Internet. Damit gehören wir jetzt- Gott sei dank- nicht mehr zu der Sorte Mensch, welche nur noch aus einer Handvoll Leute besteht, die aber fast alle über 70 oder neugeboren oder extreme Anti-Fortschritt -Demonstranten sind, die sich mit aller Gewalt an ihren Amiga 500 klammern, als wäre es das Elixier ewiger Jugend und die Garantie, die Zeit anhalten zu können.
Also, wie gesagt, wir sind Drin und ich hibbelte schon eine Weile am Frühstückstisch rum, da ich es kaum erwarten konnte, mich bei ICQ anzumelden und der virtuellen Welt verstehen zu geben: ICH BIN WIEDER DA!
Mit schmerzender Kehle, wegen in aller Eile runtergespülten 200 °C heißen Kaffee, sprintete ich, die sonst als so unsportlich tituliert wird, olympiaverdächtig zum PC um mich in die sanften Arme der Onlinebewegung zu kuscheln. Doch kaum hatte ich mich voller Ta(s)tendrang dem PC hingegeben, hörte ich schon ein mißtrauisches Atmen hinter mir.
Langsam drehte ich mich um (was dank dieses tollen Bürostuhls auch mühelos funktioniert) und blickte in das Gesicht meines Freundes, der sich krampfhaft bemühte, mir NICHT zu zeigen, wie sehr es ihn ängstigte, eine Frau an seinem Heiligtum zu sehen. Und nicht, das sie da nur saß, NEIN NEIN!! Sie wollte auch noch etwas INSTALLIEREN!! "Und?" presste er hervor. "Wie läuft´s so?"
"Gut." meinte ich, drehte mich wieder um und hämmerte weiter auf die Tasten um meinem Ziel, wieder zu den Lebenden zu gehören, näher zu kommen.
Hinter mir: *räusper* "KOmmst du...äh...zurecht?" (schwereres Atmen)
Ich: "Ja, danke, ich komme zurecht." "Gut, wunderbar...haha...wie schön (leicht beunruhigtes Lachen)...dann...öhh...dann laß ich dich mal, ne?"
"Ja, geh ruhig, ich mach das schon."
-Tapsende Geräusche in die Küche (ich wette, er stand hinter der Tür, mit gespitzten Ohren, bereit, bei jedem unbekannten elektronischen Geräusch hervorzupressen um seinen Sankt PC zu retten)
Dann:
"Naaa?....hihi....will nicht stören, nur ähm...läufts? Ich meine...öh....kommst du voran? Ich wollte dir nur sagen dass du...BITTE...also, wenn, also...wenn du ICQ installierst, dann bitte auf Laufwerk D...hehe...aber das weißt du ja sicherlich, bist ja eine kleine Schlaue...(zitternde Stimme, hört sich an, wie ein Psychopath, der sein Opfer vorm Zermetzeln nochmal beruhigen will), jaja, soso, ich setz mich einfach mal her neben dich..." sprach´s und hockte sich neben meinen Stuhl.
Mit dem festen Vorsatz, mich nicht stören zu lassen, wandte ich mich wieder dem Bildschirm zu. Doch vergeblich.
Jedes noch so kleine Tippen und Klicken von mir, löste ein entsetztes Keuchen bei meinem Liebsten aus und ich meine mich erinnern zu können, das ein paar Mal zwischem diesen merkwürdigen Atemgeräuschen auch ein durch die Zähne gepresstes: "Nicht so...das-ist-falsch." zu hören war. Genervt drehte ich mich zu ihm um und ein Bild des schreckens bot sich mir. Kreidebleich, beinahe mit fiebrigglänzender Haut und Hühnereigroßen Schweißtropfen auf der Stirn, klammerte sich mein Freund an der Tischkante fest, so das seine Fingerknöchel weiß hervortraten und an seiner Stirn pulsierte eine Regenwurmdicke Ader im Takt mit meinen stakkatoartigen Tastengeklapper. Es war schrecklich.
Da ich dieses Bild des Jammers nicht mehr ertragen konnte, stand ich auf, zeigte auf den Computer und sagte, so freundlich und verständisvoll ich konnte: "Bitte, du darfst dran....(tiefes Luftholen von meiner Seite)...du kannst das sowieso viel besser, mach man ruhig, ich gehe was lesen."
Er: "Wirklich? Ich meine....du kannst das ruhig machen, bleib doch sitzen....ich vertraue dir voll und ganz...." Sein Blick strafte seinen Worten Lügen und so lächelte ich ihm zu (unter größter Anstrengung), knirschte mit den Zähnen und sagte, so glaubwürdig wie nur möglich: "Nein nein, es macht mir nichts aus, mach nur, bei dir geht das ja auch schneller." Nach diesem Kraftakt des Verständniszeigens, wirbelte ich herum, wetzte in die Küche, lehnte meinen heißgeheuchelten Kopf gegen die kühlen Fliesen und zwang mich meinen Atem zu verlangsamen und mich zusammenzureißen.

Nach 10 Minuten hörte ich vom PC: "So, ich habe das mal eben gemacht. Möchtest du dran jetzt?"
Nochmal all mein weibliches Verständnis zusammennehmend, lächelte ich ihm Nickend zu. "Danke-das-ist-lieb-von-dir-das-du-das-für-mich-gemacht-hast-ich-hätte-es-sicher-alles-falsch-gemacht."
Er (gönnerhaft lächelnd): "Aber aber, dafür´bin ich doch da. Wenn du nochmal Hilfe am PC brauchst,sag mir einfach bescheid." (tätschel auf Schulter)


Deswegen ist des Mannes liebstes Teil der PC. Nirgendwo können sie uns in der heutigen Zeit ihre Macht besser demonstrieren.
Auch, wenn es mich ab und an ärgert: Lassen wir sie.
Im Grunde haben doch wir die Hosen an.


Tschö mit Ö und bindet eure Katzen fest, es stürmt heute gewaltig.

lieschen


18.1.07 16:02


NUR GANZ KURZ, ABER WICHTIG!!!

Tut mir einen Gefallen und geht bitte nicht ins Kino um Eragon anzuschauen. Das ist mein Ernst. Ich habe noch nie eine schlechtere Buchverfilmung gesehen, ich habe mich so sehr darüber aufgeregt, der Film hat nichts mit dem Buch gemein, alles wurde gekürzt (aber drastisch und an sehr wichtigen Stellen). Da hat man ja bei "From Dusk till Dawn" im Fernsehen mehr übrig gelassen.
Also, nochmal in Echt: Das Buch hat mich wirklich umgehauen, es ist so spannend und gut, man möchte, dass es ewig weitergeht, aber der Film ist wirklich grausig und der Regisseur sowie der Drehbuchautor müssen wiklich auf Drogen gewesen sein, als sie diese Scheiße da zusammen gefuzzelt haben. Ich war nach dem Kino stinksauer und bin es noch! Wie kann man eine so gute Vorlage nur verbockmisten???
Naja, genug aufgeregt, hilft ja doch nichts, ich kann an dieser stelle nur alle warnen. Guckt euch lieber die Disney Film Parade an, selbst da werden bessere Filme gezeigt!

Ich leg mich wieder hin und leide ein wenig mit dem grossen Paolini, der hat sich vor Scham über diesen grausigen Film bestimmt schon vom Dach gestürzt.

Denne

Anna


22.12.06 17:32


Neue Heimat

Geschafft!
Am Samstag habe ich meinem alten Zuhause den Rücken gekehrt und bin mit einem Affenzahn, all meinem Hab und Gut, sowieso einem 5-Stunden-Autofahrt Vorrat an Zigarretten und Verpflegung meiner neuen Heimat entgegengebraust.
Kein einziges Mal angehalten, was mir eine Schimpftirade meiner Blase und dem Gemecker meiner strapazierten Arschmuskulatur einbrachte. Aber egal! Als ich in Donzdorf, fröhlich vor mich hinpfeifend und zur Musik der Blues Brothers auf und abhüpfend ankam, den Motor ausmachte und aus dem Auto stieg, überkam mich ein vages Gefühlsmischmasch von Endlich- Angekommensein und Ich-vermisse-meine-Freunde-jetzt-schon.
Die letzten Treppen hochsteigend wollte ich das erste Mal mit meinem neuen Türschlüssel die Wohnungstür aufschließen, mit stolzgeschwellter Brust und Ja-jetzt-wohn-ich-hier Miene steckte ich den Schlüssel ins Schloß und.....er ließ sich nicht drehen! Verdammt nochmal, hat sich der Hahnabua jetzt etwa entschlossen, mich doch nicht zu wollen und das Schloß spontan ausgwechselt? Na, der soll mich mal kennenlernen!
Wutschnaubend hackte ich auf die Klingel ein, ja ich durchbohrte fast den kleinen unschuldigen Knopf, als wolle ich bis zum Ellenbogen in dem Wandputz verschwinden.
Die Tür ging auf und da stand er ja, mein Markus...und mein Ärger war prompt verflogen. In die Arme sinken, an sich drücken, stillhalten, Küsse am Hals....ich war in diesem Moment wohl der glücklichste Mensch auf der Erde.

Ja, ich bin angekommen. So fühlt sich also zu Hause an.

Danke Joker für das Warten auf mich, danke für all deine Liebe, danke an die komplette riesengrosse Hahn und wie-sie-nicht-alle-heißen Familie, dass ihr mich so lieb aufgenommen habt und ich mich so wohl fühlen darf bei euch.

Danke für Alles. Danke für Heimat.
6.12.06 13:52


Alles wandelt sich

Lange nicht mehr hiergewesen, lange nichts mehr geschrieben, mein Leben zieht zur Zeit seltsame Bahnen in einem Tempo, dem ich kaum mit den Augen folgen kann....

Ein neues Leben beginnend, werde ich am 01.12 meine bisherige Heimat Elze verlassen und in den Süden ziehen, genauer Stuttgart, genauer noch Donzdorf, in den Süden wo es Wiesen und Hügel und Berge gibt und Seen und kein Meer weit und breit, obwohl gerade ich doch ein von der Ostsee geprägtes Kind bin und nun entferne ich mich immer weiter von meiner Sehnsucht (dem Meer) und begebe mich in eine Ungewisse Zukunft und lege mein Leben in die Hände meiner neuen Liebe...

Ob ich Angst vor diesem Schritt habe? NEIN!
Ob ich es mir gut überlegt habe? NEIN!
Ob ich vorschnell handele? NEIN!

Wieso sollte ich mir etwas überlegen, was ich in meinem Herzen weiß?

Ich bin kein Euphoriephobiker und Schmach über die, die sich in ihr gewohntes Schneckenhaus zurückziehen, obwohl ihre Sehnsucht sie fortwünscht.

Springt ins wilde Leben und lebt, oder sterbt bei dem Versuch!
Alles besser als sich nicht zu verletzen, aber dafür nie die Erfüllung zu erlangen.

Steigt aus dem Zug aus, befriedigt eure Wünsche, stillt eurer Verlangen nach mehr....


Ich bereue nichts.
24.9.06 14:29


Zwei Mittzwanziger auf dem Weg in die Pubertät

.....Donnerstag, 13.7.2006, 08.00 Uhr....
Anna bei der Arbeit. "Oh gott, es ist erst 08.00. Wie soll ich die Zeit bis heute Abend nur überstehen?"
Anna um 9.00 Uhr. "Oh, mein, Gott, es ist erst 9.00 Uhr. Ich kann es nicht aushalten!"
Anna um - richtig- 10.00 Uhr. " Meine Fresse erst 10.00. Ist die Uhr kaputt?" *erst mal handy raussuch und draufschau* "Mist, Uhr geht."
Vormittag endlich vorbei. Nachmittag.
Anna um 16.00. (Kollegen schon angenervt von leicht pubertierender Anna im Konzert-Wahn) "Es ist erst 16.00 Uhr! *gibber* Es wird NIE später. Ich dreh noch durch!!"
(zur Erklärung: Anna wartet so sehnsüchtig auf den Feierabend, weil es danach gleich ab zu Robbie nach Hamburg geht, der zwar erst am Freitag spielt, aber man weiß ja nie, Stau und so...)
Anna um 18.50, zehn Minuten vor Feierabend, von einem Bein aufs andere hüpfend, schon keine Nägel mehr an den Fingern, weil abgekaut. "Lalala, kann ich dir noch was helfen, soll ich ans Telefon, warte...ich mach schon...ich kann das...hupps, runtergefallen, ich wisch den Isopropylalcohol schon auf, lass doch, ich mach schon, mach schon...was?? Ich darf gehen? Bist du sicher? Ich meine, ich kann auch noch 10 minuten...nein? Na gut (extrem übertrieben zögernd), dann geh ich jetzt, wenn ihr meint, ihr kommt auch ohne mich....(die letzten Worte können die Kollegen schon nicht mehr hören, weil Anna schon fast in Elze angekommen ist, wegen 200 kmh durch Hildesheim)

Daheim, schnell Zahnbürste eingepackt, Schlafsack, Freund von Sabrina den Bulli aus dem Kreuz gelabbert. (Sabrina zu Freund: "Wenn wir deinen Bulli nicht bekommen, kannst du deine Cochones von der Straße aufsammeln, Freundchen!!" Überzeugendes Argumen, wie ich finde)
Einsteigen, komplette Take That und Robbie Sammlung in den 10000 fach CD-Wechsler gestopft, an Tanke gehalten, zu teure Snacks und zu teure Getränke kaufen, tanken, kreischen, losfahren.

In diesem Moment wäre ich gerne Brummi-Fahrer gewesen.
Man stelle sich das vor.
Zwei TOTAL durchgedrehte 24 /25 jährige junge Frauen, in einem Bulli mit Puschen so breit wie ein Faß und einem Röhren aus dem Arsch, als wär der Tiger höchstpersönlich darin eingesperrt, brausen mit 180 über die Autobahn, Robbie auf volle Pulle bis Anschlach aufgedreht, Bifi Roll in der einen, das gute Vittel in der anderen Hand, Sonnenbrille auf (ist zwar keine Sonne mehr, macht abba nüschte), mitgrölend, kreischend und rockend auf dem Weg nach Hamburg.
Was für ein Bild.

Endlich angekommen, Trabrennbahn auch schnell gefunden, in Seitenstraße geparkt, Flasch Wein aufgemacht, Tüte Chips dazu, ALLE Robbie-Poster auf dem provisorischen Bett ausgebreitet und losgeschwärmt.

....23.00 Uhr...
Anna und Sabrina sind viel zu aufgekratzt um schlafen zu können.
Also, raus aus dem Bulli und ab zur Trabrennbahn, nicht das man wirklich denkt, es laufe einem Robbie über den Weg....neeee, also so albern KREISCH!!! Ist das da, ist das da etwa...?? Quatsch! (verlegenes kichern) War nur so ein Fuzzi, sieht gar nicht aus wie Rob....obwohl, von weit wech...
Nach dem die beiden Chaoten das schätzungsweise 20 mal die Trabrennbahn rauf und runter gegangen sind, treffen sie ein paar Leute, die doch tatsächlich behaupten zu wissen, wo der Eingang ist, der sich morgen als erstes öffnet. Schnell hinterher, durch ein Tor und...DAS GIBT ES DOCH NICHT!
Da liegen doch da echt schon ca. 40 Leute mit Schlafsack und Zelt...was? Die sind teilweise seit Dienstag hier?? Mist, doch nicht die Ersten. Egal. Schnell überlegt, ob man Schlafsack holt und sich dazulegt...Idee verworfen, ab zum Bulli, noch ein paar Stunden schlafen...*schnarch*

....6.00Uhr...
Sabrina und Anna putzen sich die Zähne, winken den Leuten in den Bürogebäuden ringsum zu, quälen sich trockenes Fladenbrot mit ohne was runter, ein Schluck Capri-Sonne Orange mit 20 Kreislauftropfen hinterher, Rucksack gepackt und los geht es.
Angekommen, cool, erst ca. 100 Leute hier, wir haben gute Chancen....

Résumée:
Hätte ich gewußt, wie anstrengend es ist, ca. 9 Stunden auf den Einlass zu warten, sich dann halb tot treten zu lassen von einer Horde Weiber, die einer Elefantenherde in nichts nachsteht, sich zu freuen, das man direkt vor einem Wellenbrecher steht, dann festzustellen, das es erst drei ist und das Konzert erst in 3 1/2 Stunden losgeht, man beschissen sitzt, beschissen steht, das Bier teuer ist, das Essen ausgeht, man müde und quengelig ist, Ellenbogen in die Seite und an den Kopf bekommt, wegen Tinnitus hinterher zum Arzt muss und das alles nur, um einen Mann zu sehen, der ein wenig singt, ein wenig hüpft und auch noch ein verkackter Inselaffe ist......ich hätte es wieder getan.

ES WAR EINES DER SCHÖNSTEN, BESTEN UND INTENSIVSTEN ERLEBNISSE MEINES LEBENS.

Und für alle, die noch nicht die Ehre hatten, Mr. Robert Peter Williams live zu sehen: TUT ES!
Es lohnt sich. Bestimmt. Und hinterher sind alle Strapazen vergessen.
Danke Robbie, danke Sabrina.

Keep rockin´!

3.8.06 20:58


WM 2006

Ich hasse Fußball.

Ich habe nie verstanden, was an einem Fußballspiel so interessant ist. Vor 4 Jahren, bei der letzten WM, saß ich mit ein paar Freunden in unserer Stammkneipe im Piano, der Fernseher lief, die Menge grölte wie ein Mann - nur ich las in Ruhe meine "Public", nippte ab und zu an meinem Bier und ging immer dann zur Toilette, wenn eine spannende Torchance zu sehen war...beziehungsweise nicht zu sehen war, weil ich ja vor dem Bildschirm herumeierte.

Wenn ich gefragt wurde, für welche Mannschaft ich sei, fiel meine Antwort immer gleich aus: Brasilien natürlich! Die haben schließlich die schönsten Farben und können toll tanzen und feiern und der Ronaldo sieht mit seinen Hasenzähnen doch wirklich süß aus.

Wie man sieht, kann ich dem Spiel wirklich nichts abgewinnen...KONNTE ich dem Spiel nichts abgewinnen....zu meiner Schande muss ich gestehen, dass sich das geändert hat...

Vor ein paar Wochen (Monaten??) war ich im Stadion (Leverkusen gegen Hannover -oder heißt es 96 gegen Leverkusen?).
Ich muss leider zugeben, dass mich die Atmosphäre mitgerissen hat, obwohl ich am Tag vorher so schlecht drauf war, weil perfektes Angelwetter und so, und ich im Stadion, wie kann man mir auch nur ein Ticket zum Geburtstag schenken, herrgottnochmal!! Dann, Anpfiff, Klein-Anna stand mehr als sie saß, war hin -und hergerissen zwischen Unwissen (welche sind wir nochmal?) und Laienwissen (SCHIESS DOCH, DU IDIOT, DAS WAR ABSEITS, ABSEITS!!!) und war hinterher erschöpft, verwundert über mich selbst und sehr glücklich. Im Hinterkopf pochte die Prinzipien-Anna und schrie: "Halloooo, Fußball ist was für Dosenbiertrinkende Voll-Horsts und Friseurladen-Uschis, nicht für halbwegs intelligente Annas. Verfall bloß nicht diesem Rausch, diesem Feiern, diesem...FEST!"
Dann die WM, ging ja schon früh los mit der Euphorie, war schon genervt, überall gab es Fußballchips, Fußballkekse, Fußballdickmanns und Brot in Ballform....wie doof, dachte ich mir und schloß mich in meiner Wohnung ein, um einige WM-freie Minuten zu verbringen, zappte mich durch die Kanäle, überall das gleiche Bild...schwarz-rot-gold....wo hat man denn hier noch seine Ruhe, Herr Pocher bittschön??

Zeitsprung

Anpfiff Deutschland - Costa Rica, eine andere Anna suchte ihren Weg nach draußen, die Fußball-Anna...die Dosenbiertrinkende Friseurladen-Anna. Sang die doch auf einmal die Nationalhymne mit und brüllte was die Lungen hergaben: Auf gehts Deutschland schieß ein Tor, schieß ein Tor, schieß ein TO-O-OOOOR!
Was war geschehen? Tief beschämt machte ich mich nach dem Spiel auf den Heimweg, die letzten Freudentränen wegwischend, ertappte ich mich dabei, wie ich im Radio einen Sender suchte, der "Zeit das sich was dreht" spielte...

So ging es weiter, ich wurde zum Fan. Deutschland-Fahne am Auto, Deutschland-Hut gekauft, mitgelitten, mitgeweint, mitgefiebert. Ich gefalle mir sehr gut in dieser Rolle. Mag das vereinte, das Wir-gehören-zusammen Gefühl....

Ich habe mir übrigens vorgenommen, nächstes Jahr den Jens Lehmann zu heiraten, der ist jetzt mein neuer Verliebter, auch wenn mein Freund (der Basti) sagt, ich spinne, weil der Jens ja nun schon alt ist und ne Glatze bekommt er auch und überhaupt ist das ja ein Berühmter und so. Aber wird er schon sehen, der Basti!

Ich hoffe, das aus meiner langsamen WM-Euphorie eine richtige Fußballleidenschaft entsteht, denn ist ja auch ganz nett, oder?
Immerhin weiß ich schon, was Abseits ist und eine Abseitsfalle ist ja auch b-a-by-leicht! (klugscheiß)

Ein Problem gibt es allerdings: Was soll ich denn jetzt bis 2010 machen? Ich kann mich doch nicht für einen Verein entscheiden, für den ich in der Zwischenzeit bin....Der Herr Lehmann spielt ja für Arsenal (hach, der ist so süß) und der Odonkor bei Dortmund (den darf ich aber nicht, wegen meiner Kollegin) und der Mertesacker spielt bei 96 (aber nicht mehr lange, glaube ich), Lahm ist auch süß, aber der ist bei Bayern, oder? Die mag ich ja aus Prinzip schon mal gar nicht.
Aber was aus meinen Prinzipien wird, haben wir ja gesehen...

Legt euch wieder hin, bis 2010!
Anna
12.7.06 21:46


Ich steh auf Berlin

Zwei entspannte Wochen Urlaub liegen hinter Basti und mir.
In der ersten Woche war rumgammeln angesagt (was bei uns heißt: Fernsehen, lesen, essen, fernsehen, essen, evtl. nochmal lesen, drei Fragezeichen hören, hin und wieder Sex, essen, schlafen). Das taten wir auch ausgiebig.
Bis ich wieder in meine altbekannte Mein-Leben-ist-so-schlecht-ich-will-was-erleben Phase fiel.
Heimlich setzte ich mich an den PC um eine Reise zu buchen. Irgendwo, scheißegal, vielleicht Ostsee? in Blick aus dem Fenster: Ja, Ostsee, scheint schließlich die Sonne.
Frohen Mutes stürzte ich mich in meine Anna-sucht-Zimmer-mit-grossem-Bett Suchaktion, als sich ein dunkler Schatten plötzlcih drohend vor die hinter mir hängende Lampe schob. Ich vernahm ein verzweifelt-genervtes: "Oh Baby, was MACHST du denn da??" Mein Plan war vereitelt! Aus mit Spontan-Urlaub alá Anna. Meine Urlaubs-Ideen sehen nämlich wie folgt aus:
Sachen packen, ins Auto setzen, zur Tanke brausen, Bifi Roll, Carazza, Eiskaffe, Dr. Pepper und Kippen kaufen, Ene-Mene-Muh mirt der Richtung des einzuschlagenden Weges spielen und losdüsen. Fenster runterdrehen, 80 Zigaretten rauchen, geile Musik hören(so laut es nur geht), mitsingen (so laut es nur geht), auf und ab hüpfen, Brummifahrern zuwinken, albern sein, irgendwo bleiben, wo es schön ist, Zelt aufschlagen (oder irgendein billiges Zimmer mieten), am Wasser sitzen, es ist warm, essen, süssen Wein trinken, ausspannen, vor lauter Glück weinen.

Bastis Urlaub sieht so aus:
Mindestens ein halbes Jahr vorher buchen. Möglichst ein Ferienhaus, weil man in einem Zimmer möglicherweise das Bad und die Küche mit Fremden teilen müssten, dementsprechend nicht ungeniert unter der Dusche singen und nach dem Mittag nicht den Teller ablecken kann (jedenfalls nicht, ohne mißbilligende Blicke von den Vermietern zu ernten). Fünf Tage vorher Wäsche waschen, dann Packliste schreiben (mit Hilfe des ADAC Urlaubsplaners), packen. Einen Tag vorher Batterien für Kamera /Fotodingens/ MP3_player aufladen, Ersatzbatterien aufladen, Ersatzbatterien für Ersatzbatterien aufladen. Am Abreise-Tag: Überall Stecker rausziehen, Wasser abdrehen (es könnte ja ein Roh platzen), Fenster im ganzen Haus schließen, einsteigen. Zur Tanke fahren, Reifendruck und Ölstand prüfen, tanken, Navi einschalten (natürlich mit hausnummer des entsprechenden Objekts, man will ja nichts dem Zufall überlassen), warten, bis Satelliten gefunden werden, losfahren. Musik dudelt im Hintergrund, im Auto BITTE nicht rauchen, Baby, du weißt doch, die Polster (!). Immer Autobahn, Hauptsache schnell ans Ziel...LANDSCHAFT?! Was für eine Landschaft?! Wie?? Landstraße, was´n das?! 120, 140, 160...alle überholen, nach zwei Stunden am Ziel. Ankommen, Auspacken, alles nach Plan erledigen.

Ich dachte, am besten wäre es, wenn wir einen Kompromiss schließen. Wir suchen gemeinsam das Reiseziel aus, BUCHEN meinetwegen im vorraus (*kotz*) und kommen entspannt an.
Was wir dann auch taten. Berlin sollte es sein, doch nicht Ostsee.
Nach Berlin wollten wir eh schon, wegen dem Aquarium und dem Zoo. Also, gesagt, getan, ein Haus fanden wir nicht, dafür ein Zimmer mit EIGENEM Bad und kleiner Küchenzeile. In zwei Tagen konnten wir anreisen, damit konnte sogar ich leben.
Gepackt haben wir dann sogar erst einen Abend vorher, dass hob bei Basti merklich den Blutdruck, aber er hat es überlebt. Nicht einmal die Zahnbürsten haben wir vergessen.

Drei Tage haben wir in Berlin verbracht. Am ersten Tag Zoo und Aquarium. Am zweiten den Rest.
In unserem Reiseführer gab es recht nützliche Tips, wie zum Beispiel : Potsdamer Platz an einem Tag, o.ä.
Mein erster Reisefürer wird heißen:
Berlin an einem Tag- oder wie Anna und Basti es schafften, beide glücklich aus dem Urlaub zu kommen.


In diesem Sinne,

Sonnige Tage und dünne Oberschenke für Alle!

Anna
4.5.06 20:52


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung